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Blaufelden Aktuell

Winter-Tradition - Beim gemütlich- besinnlichen Beisammensein am Kanonenofen bei der Vorsetz in der Gärtnerei Rüdenauer berichtet Frau Erika Rüdel aus ihrer bewegten Jugendzeit

Die gute alte Hohenloher Winter-Tradition der Vorsetz hat Gärtnereichefin Gudrun Weiberle seit ein paar Jahren wieder belebt, angeregt durch Ihre Mutter Luise Rüdenauer. Ins gemütliche Gewächshausambiente hatte sie am „schmotzigen Dunschdich“ gemeinsam mit Volkshochschule und Kulturamt Blaufelden zum geselligen abendlichen Beisammensein am Kanonenofen bei Schmalzgebäck, Rosenküchle und Tee eingeladen.

Zwar surrten nicht mehr wie bei der Vorsetz anno dazumal die Spinnrädchen um die Wette, aber etliche Damen hatten ihr Strickzeug dabei und klapperten fleißig mit den Nadeln, während Erinnerungsstücke aus der „guten alten Zeit“ herumgereicht wurden. „Poesiealben“ war diesmal das Schwerpunktthema und alte Postkarten.

Ehrengast des Abends war die 87-jährige Erika Rüdel aus Steinach am Wald bei Rothenburg. Spannend erzählte die agile Hochbetagte aus ihren Erinnerungen an die „Welt von gestern“. Zeitzeugin ist beliebter Gast Erika Rüdel ist in Blaufelden keine Unbekannte.

Als Zeitzeugin der Kriegsjahre im Elsass, wo sie den Großteil ihrer Kindheit verbracht hat, ist sie an Schulen ein gefragter und gern gesehener Gast. Sie kam auf Anregung ihrer Tochter Dorothea Seth-Blendinger, der Rektorin der Schule, vor zwei Jahren nach Blaufelden.

Die packenden Schilderungen der begnadeten Erzählerin ziehen junge wie alte Zuhörer gleichermaßen in den Bann und auch die gut 40-köpfige Vorsetz-Gemeinschaft im Gewächshaus lauschte konzentriert der vom emotionalen Wechselspiel aus Angst und Hoffnung geprägten Odyssee der Tochter eines Elsässers und einer Rheinländerin. Erstaunlich und eindrucksvoll schilderte die Zeitzeugin die Grausamkeit und Entbehrungen des Kriegsalltages.

Die Zeit verging bei den lebendigen Erzählungen von Erika Rüdel wie im Fluge. Zwischendurch verwöhnten Susanne Winterhalder, Lore Häcker und Doris Erdmann die Gäste mit frisch gebackenen Rosenküchle und Spitzweck. Zum Schluss öffnete Gudrun Weiberle eine weitere Schatztruhe mit Blaufelder Ansichtskarten aus den Zeiten des deutschen Wirtschaftswunders der 1950er- und 60er- Jahre.